Neue Biophilosophie

Gründung einer Arbeitsgruppe neue Biophilosophie 

Leitung: Thomas Schweizer und Piet van Spijk

Liebe Kolleginnen und Kollegen

Ist es so, wie die meisten von uns wohl denken? Dass der Mensch auf zwei Arten zu verstehen ist: als das nicht determinierbare Narrativ seines Lebens und als der determinierte naturwissenschaftliche Körper? Zwar haben wir gelernt, mit diesem Doppelaspekt seiner Natur zu arbeiten, und dennoch tritt immer wieder die Frage an uns heran, ob er denn nicht eine Einheit sei. Wir drücken dies in dem etwas verschraubten Begriff des Bio-psychosozialen aus.

Es gibt eine neue Biophilosophie, die der Determiniertheit der Natur, mithin derjenigen unseres Körpers noch einmal nachgeht. Die auf profunde Weise die moderne theoretische und Systembiologie darauf hin befragt, ob die naturwissenschaftliche Methode wirklich das Wesen der Natur verstehen kann. Und die herausarbeitet, dass gerade ihre Methode des mathematischen Reduktionismus solches nicht leistet.

Es war immer die Aufgabe der Philosophie, die theoretischen Grundlagen der Erkenntnis zu befragen. Die Potenz und die Erfolge des Physikalismus haben dies beinahe vergessen lassen. Da scheint sich nun etwas zu verändern. Das könnte für unsere Arbeit in der Medizin ganz wichtig sein.

Piet van Spijk und ich haben deshalb beschlossen, eine Arbeitsgruppe zu bilden, die sich wie die bisherigen in Abständen von etwa drei Monaten trifft und die keine speziellen Vorkenntnisse oder Vorarbeit erfordert (auch nicht die Lektüre sämtlicher beigelegter Texte).

 

 

Mit herzlichen Grüssen

 

Thomas Schweizer